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Die 9 häufigsten ergonomischen Lösungen in der manuellen Fertigung

Auf diese effizienzsteigernden Optimierungen der Arbeitsplatzgestaltung für Mitarbeiter in der Montage setzen Unternehmen besonders häufig. 

Eine wesentliche Erkenntnis unserer Studie zum Einsatz verhältnisergonomischer Lösungen in der manuellen Produktion ist ihre auf den ersten Blick große Verbreitung: Knapp 83 % der 153 Teilnehmer gaben an, dass in ihren Unternehmen bereits verhältnisergonomische Lösungen an Montagearbeitsplätzen im Einsatz sind. Die alleinige Betrachtung dieses Wertes greift allerdings zu kurz. Denn er sagt zunächst wenig darüber aus, welche ergonomischen Lösungen konkret und wie häufig diese im direkten Vergleich untereinander eingesetzt werden. Daher lohnt sich ein dezidierter Blick auf die Top-Antworten der Teilnehmer zu der Frage, welche ergonomischen Lösungen im eigenen Unternehmen aktuell genutzt werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass bei der Auswahl der Teilnehmer kein Fokus auf einen bestimmten Bereich der manuellen Montage gerichtet wurde. Eine vergleichsweise geringe Nennung von ergonomischen Optimierungen für die Feinmontage von Produkten kann daran liegen, dass weniger Teilnehmer aus Unternehmen mit diesem Arbeitsschwerpunkt stammen.

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Auf der Basis von Befragungen von Anwendern und Experten-Interviews: Erfahren Sie den Status Quo bei ergonomischen Maßnahmen in der manuellen Fertigung und entdecken Sie Optimierungspotenziale.
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Auf welche verhältnisergonomischen Lösungen setzen Unternehmen in der manuellen Produktion?

Auf den ersten Positionen platzieren sich verhältnisergonomische Lösungen, die für die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung in der Industrie universell relevant sind:

  1. Arbeitsstuhl (76 %)

Ein ergonomischer Arbeitsstuhl wird in den Unternehmen der Studienteilnehmer nicht nur als häufigste verhältnisergonomische Lösung verwendet. Er hat auch einen erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden des jeweiligen Mitarbeiters. Dazu sollte der Arbeitsstuhl das dynamische Sitzen durch eine synchrone Bewegung von Sitzfläche und Rückenlehne unterstützen. Generell ist eine Anpassbarkeit der Sitzposition über zahlreiche Einstellmöglichkeiten wichtig. Diese sollte für den Mitarbeiter intuitiv und in sitzender Position möglich sein. Im Rahmen eines in immer mehr Produktionsumgebungen notwendigen ESD-Schutzes gewinnt die Ableitfähigkeit des Arbeitsstuhls an Bedeutung. Ein weiterer sicherheitsrelevanter Punkt ist eine Ausstattung mit bremsenden oder unter Last vollständig blockierenden Rollen.

  1. Arbeitstisch (75 %)

Fast gleichauf mit dem Arbeitsstuhl werden in der Praxis unter ergonomischen Gesichtspunkten konfigurierte Arbeitstische eingesetzt. Gemeinsam stehen sie für die beiden Standard-Maßnahmen, die in einem Großteil der Unternehmen eingesetzt werden. Wichtig ist vor allem eine Höhenverstellbarkeit des Arbeitstisches. Hierdurch ist sowohl eine optimale Sitzposition für unterschiedlich große Mitarbeiter als auch der dynamische Wechsel zwischen einer Arbeit im Stehen und Sitzen möglich. Zudem sollte bei der Auswahl des Materials für die Tischplatte beachtet werden, dass unangenehme Kontakttemperaturen oder eine Blendung des Mitarbeiters durch Reflexion vermieden werden.

  1. Hebehilfen (59 %)

Das Heben größerer Lasten aus einer tiefen Position gehört zu den langfristig besonders belastenden Tätigkeiten in der manuellen Produktion. Eine oft nicht optimale Körperhaltung der Mitarbeiter während des Hebevorgangs verstärkt das mittelfristige Risiko von langwierigen Rückenbeschwerden und damit verbundenen Ausfallzeiten zusätzlich. Um Mitarbeiter in diesem Bereich gezielt zu entlasten, steht Unternehmen eine große Auswahl an universellen Hubkarren, Materialhebern und Schwenkkränen zur Verfügung. Häufig erfordern die besonderen Bedingungen in der Produktion individuelle Lösungen durch den Betriebsmittelbau. Hierfür bietet die umfassende Komponentenauswahl von item eine optimale Basis.

  1. Licht (55 %)

Ein oft unterschätzter Einflussfaktor auf eine optimale Ergonomie und Effizienz an manuellen Montagearbeitsplätzen ist die Auswahl der passenden Beleuchtung. Auf breiter Front durchgesetzt hat sich in diesem Bereich die Verwendung von LED-Industrieleuchten. Tipps für die Auswahl der richtigen LED-Leuchten bei der Ausstattung von industriellen Arbeitsplätzen haben wir in einem speziellen Beitrag zusammengefasst. Dabei sind nicht nur die Beleuchtungsstärke und Farbtemperatur relevante Entscheidungsfaktoren. Auch ein optimaler Beleuchtungsbereich und eine homogene Beleuchtung sind mitentscheidend. Zudem sollte das Auftreten von Multischatten sowie ein niederfrequentes Flackern der Beleuchtung unbedingt vermieden werden.

  1. Fußmatten (46 %)

In der manuellen Montage schützen Fußmatten nicht nur den Boden vor Verschmutzungen oder erfüllen im Rahmen eines ESD-Schutzkonzepts verschiedene Anforderungen. Sie helfen bei vorwiegend im Stehen durchgeführten Arbeiten dabei, der Ermüdung von Mitarbeitern im Verlauf einer Arbeitsschicht vorzubeugen. Sie kompensieren Fehlhaltungen der Füße, etwa wenn Mitarbeiter aufgrund einer anstrengenden Tätigkeit eine Schonhaltung einnehmen. Durch den grundsätzlich gesteigerten Stehkomfort auf ergonomischen Arbeitsplatzmatten wird im Idealfall zudem verhindert, dass eine solche Schonhaltung überhaupt eingenommen wird. Zu beachten ist die Abstimmung des Härtegrades an die jeweilige Arbeitsumgebung und das subjektive Empfinden der Mitarbeiter. Sehr weiche Matten bieten zwar eine gute Dämpfung und aktivieren Muskulatur und Durchblutung der Beine stark. Genau das kann Mitarbeiter jedoch über einen längeren Zeitraum ermüden.

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  1. Materialbereitstellung (35 %)

Grundsätzlich ist der optimale Bereich für die Bereitstellung von Material die Einhandzone, die von Mitarbeitern ohne Körperdrehung erreicht werden kann. Material in dieser Zone sollte idealerweise mittels Schwenkarmen mit Gelenken durch den Mitarbeiter an seinen individuellen Greifraum anpassbar sein. Weniger benötigte Komponenten können in der erweiterten Einhandzone platziert werden, etwa auf mobilen und höhenverstellbaren Bereitstellungswagen. Bei der Werkzeugbereitstellung sollte jedes Werkzeug einen dedizierten Platz haben, der nach ergonomischen Kriterien ausgewält wurde. Hierzu eignet sich unter anderem das item toolpanel® System. So entstehen bei den Mitarbeitern Greifroutinen, die Such- und Umgreifzeiten vermeiden.

  1. Fußstützen (32 %)

In Fällen, in denen Arbeitsplätze aufgrund der Arbeitsplatzgestaltung oder Verkettung mit weiteren Arbeitsstationen nicht frei höhenverstellbar ausgelegt werden können, sind Fußstützen eine wichtige ergonomische Ergänzung für Sitzarbeitsplätze. Insbesondere für kleinere Mitarbeiter in der manuellen Produktion sorgen sie für den Ausgleich zwischen Tischhöhe und Fußboden und damit für eine ergonomische Sitzhaltung. Wichtige Kriterien bei der Auswahl sind eine ausreichend große Stellfläche sowie die Verstellbarkeit von Höhe und Neigung der Fußstützen. Mit einer zusätzlichen Wipp- und Schaukelmechanik verbessern sie die Beindurchblutung. Auch an Steharbeitsplätzen sorgen Fußstützen durch den regelmäßigen Wechsel von Steh- und Spielbein für Beinbewegung und -entlastung.

  1. Werkzeugführung (31 %)

Druckluftschrauber und weitere in der manuellen Produktion typische antriebsgetriebene Werkzeuge können bei Mitarbeitern vor allem aufgrund ihres Gewichts zu Zwangshaltungen führen. Hierdurch werden insbesondere die Handgelenke stark belastet. Eine deutlich schonendere und damit langfristig effizientere Durchführung solche Arbeiten gelingt durch den Einsatz einer Kombination aus Kreuzschlitten und Federzug. Während das Werkzeug über beide Achsen des Kreuzschlittens leicht über dem Arbeitsbereich bewegt wird, lässt es sich über den Federzug mit ebenfalls geringem Kraftaufwand zum Einsatzbereich ziehen. Nachdem die notwendigen Arbeitsschritte durchgeführt wurden, kann der Mitarbeiter das Werkzeug in eine für ihn ergonomisch bequem erreichbare Parkposition führen.

  1. Armstützen (29 %)

In der Praxis führt auch heute bei zahlreichen feinmotorischen Tätigkeiten in der Produktion kaum ein Weg an der manuellen Montage vorbei. Allerdings sind genau die lang andauernden und komplexen Arbeitsschritte in der Feinmontage für Mitarbeiter besonders belastend. Aus verhältnisergonomischer Sicht bieten sich gepolsterte Armstützen in diesem Bereich als wirksame Entlastung an. Die gezielte Unterstützung des Schulter- und Nackenbereichs beugt Ermüdungserscheinungen vor, sodass die Mitarbeiter gleichzeitig geschützt werden und effizienter arbeiten.

Weitere Handlungsempfehlungen, Zahlen und Einschätzungen finden Sie in der item Studie „Wie ergonomisch arbeiten Unternehmen in der manuellen Produktion?“.