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Karakuri/LCA für den Materialtransport in der Kleinwagenmontage

In der Automobilproduktion von TPCA demonstriert eine großangelegte Anwendung die Effektivität von Karakuri/LCA. 

Toyota Peugeot Citroën Automobile Czech (TPCA) mit Sitz im tschechischen Kolín ist ein 2002 gegründetes Joint Venture zwischen Toyota und Peugeot Société Anonyme (PSA). Im dortigen Werk, das nach dem Toyota Production System ausgerichtet ist, werden die Kleinwagenmodelle Toyota Aygo, Peugeot 108 und Citroën C1 für den europäischen Markt produziert. Beim Transport von Klimaanlagen zur Fertigungslinie kommt eine Lösung von item auf Basis von Karakuri/LCA (= Low Cost Automation) zum Einsatz. Zuvor wurden bei TPCA Transportwagen verwendet, um die Klimaanlagen zur Fertigungslinie zu bringen. Bei dieser Lösung kreuzten allerdings die Transportwagen die Fahrwege der Routenzüge, sodass Letztere oft anhalten mussten. Dadurch kam es zu einer Unterbrechung des Materialflusses, die entsprechend die Wertschöpfung beeinträchtigte. Eine Alternative, die zu einer Optimierung der Abläufe und Steigerung der Produktivität führt, war also dringend gesucht.

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Karakuri/LCA-Brücke mit beeindruckenden Dimensionen

Für die Bewältigung dieser Herausforderung wandten sich die Beteiligten aus zweierlei Gründen an item: Zum einen hatte TPCA in der Vergangenheit schon erfolgreich mit Profil- und Verbindungstechnik von item gearbeitet. Zum anderen verfügt item über langjährige Erfahrung bei der Umsetzung von Karakuri/LCA-Anwendungen. Dabei handelt es sich um eine Form der Automation, die allein auf die Gesetze der Schwerkraft und der Mechanik setzt. Die jetzt für den Transport der Klimaanlagen zuständige Karakuri/LCA-Brücke besteht aus Komponenten des Lean Production Systembaukastens und ist 6 Meter lang, 6 Meter breit und 5 Meter hoch. Sie wurde anhand mehrerer Vorschläge von TPCA in enger Zusammenarbeit mit item konzipiert. Zudem erhielten die beteiligten TPCA-Mitarbeiter weiterführende Schulungen zur item Verbindungstechnik und zu Karakuri/LCA. Mittels eines Shooters erfolgt die Materialzuführung. Auf Kleinladungsträgern (KLT) bewegen sich die Klimaanlagen über eine Linearachse im Beladeturm nach oben. Daraufhin befördern Rollenbahnen sie über den Fahrweg hinweg auf die andere Seite der Transportbrücke.

Manchmal muss es hybrides Karakuri/LCA sein

Die Kombination von Karakuri/LCA und Lineartechnik ist jedoch keinesfalls ein Widerspruch, wie unser Lean-Experte Stefan Armbruster in einem Interview hervorhebt: „Low Cost Automation nutzt Muskelkraft, zusammen mit Hebelgesetzen und der Schwerkraft. Man kann die Physik aber nicht austricksen. Falls es anders nicht möglich ist, muss man auf traditionelle Antriebe zurückgreifen. Oft ist das erforderlich, um schwere Lasten anzuheben oder Lasten weit hoch zu bewegen. Ein typischer Fall ist, dass Bauteile über Fahrstrecken der Logistik gehoben werden müssen, um zum Arbeitsplatz zu gelangen.“ Und genau das trifft hier zu. Daher handelt sich bei der Brücke von TPCA um hybrides Karakuri/LCA.

Nachdem die Klimaanlagen auf die andere Seite der Brücke transportiert worden sind,  kommt es dort zu einer Richtungsänderung um 90 Grad. Nach einer Strecke von 3 Metern erreicht die Ladung einen zweiten Turm. Hier erfolgt – auf rein mechanische Weise – der Transport nach unten, woraufhin sie für die weitere Verarbeitung entnommen werden kann. In einen dritten Turm bewegen sich die leeren KLT, wo sie durch eine Lineareinheit nach oben befördert werden. Zunächst werden sie dort gestapelt, dann transportieren Rollenbahnen die Viererstapel wieder zurück über den Fahrweg hinweg. Im vierten und letzten Turm steht erneut eine Abwärtsbewegung an: Die gestapelten KLT lassen sich nun entnehmen und neu bestücken. Mit dieser individuellen und großdimensitonierten Karakuri/LCA-Lösung lässt sich die Verschwendung von Zeit und Ressourcen gezielt vermeiden.

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