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Lean Production: Anwendung von Rohrsystemen in Forschung und Lehre

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) und Lean Production werden heute an Hochschulen gelehrt. Welche Rolle Rohrsysteme dabei spielen, zeigt ein Interview mit Professor Dr. Helmut Abels (FH Köln).

KVP und die Prinzipien der schlanken Fertigung sind bestens erforscht und längst Teil der Ausbildung von Studenten an Universitäten und Hochschulen. Dabei genügt es jedoch nicht, dem Nachwuchs die Methoden der Lean Production nur theoretisch zu vermitteln. Daher haben wir Professor Dr. Helmut Abels von der Fachhochschule Köln für eine zweiteilige Reihe zu diesbezüglichen Inhalten und Methoden befragt. Im ersten Teil geht es um den Einsatz von Lean-Production-Baukästen in Forschung und Lehre, während sich der zweite Teil auf Kaizen und die Lean-Philosophie konzentriert.

Hochschulen beschäftigen sich mit Kaizen und schlanker Fertigung

Wer als angehender Ingenieur wissen möchte, wie Unternehmen effizient produzieren, muss im Studium in Theorie und Praxis auch mit Kaizen beziehungsweise dem kontinuierlichen Verbesserungsprozes und den sieben Muda (Verschwendungsarten) vertraut gemacht werden. Nur so ist man mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Methoden vertraut und für die Zukunft gerüstet.

Fortschrittliche Bildungseinrichtungen wie die Fachhochschule Köln setzen Rohrsysteme ein, damit die Studenten selbst praktische Erfahrung sammeln können. Wie fühlt es sich an, eine Produktionsstraße selbst zu planen und dann auch an dieser zu arbeiten? Funktionieren die Abläufe so einfach, wie es auf dem Papier aussah? „Kernidee der Lean Production, die wir hier aufbauen, ist, dass wir den Studenten nicht nur Theorie vermitteln wollen“, erläutert Professor Dr. Abels von der Fakultät für Produktion. „Sie wollen mit allen Sinnen erleben, wie so etwas aufgebaut wird, wie es funktioniert, welche Maßnahmen man ergreifen muss, um eine Lean-Factory auf die Beine zu stellen.“

Die Anwendung von Rohrsystemen für die Lean Production im kompletten Produktionsprozess

An der Hochschule lernen die Studenten beispielsweise, eine sternförmige Fertigung aufzubauen. Ein zentrales Lager befindet sich in der Mitte – und alle Arbeitsplätze werden von dort mit Waren versorgt. Die Lean-Factory der Fachhochschule Köln ist ideal, um den Aufbau kleiner, effektiver Produktionseinheiten zu trainieren.

Möglich wird dies durch unser Profilrohrsystem D30. Die komplette Lean-Factory ist mit dem Lean-Production-Systembaukasten der zweiten Generation aufgebaut. „Wir haben uns mehrere Rohrsysteme angeschaut“, sagt Professor Dr. Abels, „was uns sehr gut an D30 gefallen hat, ist, dass wir hiermit eine Technik haben, die dem Lean-Gedanken sehr gut folgt.“

Lean Production in der Praxis

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Dabei handelt es sich um keine Selbstverständlichkeit, wie der Dozent berichtet: „Normalerweise ist ein klassischer Anteil der Lean-Vorlesung, dass man versucht, eine lange Schraube zusammenzuschrauben, und dann die Studierenden fragt, ‚Wann fängt es an, lean zu werden?’ und ‚Wann beginnt die Wertschöpfung?’ Die Wertschöpfung ist eigentlich nur das letzte Befestigen. Genauso ist es hier bei diesen Elementen. Sie sind so konstruiert, dass man das Rohr einsetzen und mit einer halben Umdrehung schnell festspannen kann.“

Wiederverwendbare Aluminium-Rohre als Grundlage

Flexibilität und Qualität über eine lange Nutzungsdauer waren weitere Anforderungen der Fachhochschule Köln. Denn die Komponenten müssen immer wieder auseinandergeschraubt, neu verbunden und kombiniert werden. Das schafft nur ein Rohrsystem, das viel aushält, so Professor Dr. Abels: „Das kann man mit den Studierenden, meistens so um die zehn Personen, innerhalb eines halben Tages aufbauen. Es muss sehr schnell gehen, weil wir ja das Methodenwissen vermitteln wollen. Und wir müssen das Ganze immer wieder zerlegen können.“

In der Praxis haben sich die Aluminium-Rohre des Profilrohrsystems D30 bewährt, weil der Lean-Production-Baukasten für den rauen Alltag im industriellen Einsatz entwickelt wurde. „Das System bleibt erhalten und wird kaum beschädigt“, bestätigt Professor Dr. Abels. „Durch die Befestigungstechnologien können wir es immer wieder einsetzen. Und das ist gerade im Bereich der Hochschulen sehr wichtig.“

Neue Ideen für Lean-Arbeitsplätze

Die Vorteile eines Systembaukastens für die Lean Production zeigen sich auch, wenn An- und Umbauten geübt werden. Ein typisches Beispiel ist die Umstellung vom zentralen Lager auf ein Durchgangsregallager. Dann müssen die Studierenden eine komplette Einheit von Lean-Arbeitsplätzen in einen anderen Raum verlagern.

Funktionieren kann dies nur, wenn der Systembaukasten dauerhaft stabile Verbindungen garantiert. „Wir kommen nicht immer auf die gleiche Lösung“, erläutert Professor Dr. Abels, „ein Durchlaufregal kann bei der nächsten Gruppe anders aussehen. Wir haben diese Flexibilität im System. Was die Studierenden tun möchten, können wir auch abbilden. Wenn wir noch zukünftige Innovationen einbauen wollen, sind wir ganz gut aufgestellt.“

In der nächsten Woche erscheint der zweite Teil unseres Interviews mit Prof. Dr. Abels. Darin rückt die Lean-Philosophie als solche in den Vordergrund. Abonnieren Sie einfach den item Blog, um zukünftig keine Neuigkeiten zu verpassen.