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Treppensicherheit in der Industrie: Darauf ist zu achten

Nachdem wir uns letzte Woche mit den allgemeinen Normen für Industrietreppen beschäftigt haben, rückt nun im abschließenden Teil der Sicherheitsaspekt stärker ins Zentrum.

Wie bereits im ersten Teil ersichtlich, ist das Themengebiet rund um die Normen für Industrietreppen und Podeste ein weites Feld. Wer sich damit auskennt, ist gegen die alltäglichen Gefahren bei der Treppennutzung in der Industrie gut gewappnet. Nach der allgemeinen Einführung wird es jetzt aber ganz konkret: Treppensicherheit in all seinen zahlreichen Facetten steht auf dem Programm. Dabei spielen Aspekte wie Rutschsicherheit, Treppenbeleuchtung und Gewichtsbelastung eine entscheidende Rolle.

Industrietreppen-Normen für Unterschneidung und Treppenbreite

Unter Unterschneidung versteht man das Maß, um das die vordere Kante der oberen Stufe über die Trittflächenbreite der darunter befindlichen Stufe hervorragt. Die Unterschneidung einer Treppenstufe muss laut der Norm für Industrietreppen 10 mm oder mehr betragen. Innerhalb eines Treppenlaufs soll zudem die Steigung immer konstant ausfallen. Falls dies nicht möglich ist, darf die Steigung von Ausgangsebene und Antrittsstufe nur um höchstens 15 Prozent verringert werden. Nur in Ausnahmefällen darf man überhaupt die Steigung erhöhen – etwa wenn die Treppe zu einer beweglichen Maschine hinführt.

Die Norm verlangt eine Breite von mindestens 600 mm, besser sind jedoch 800 mm.

Kommen wir nun zur Treppenbreite: Die Industrietreppen-Norm verlangt bei gewöhnlicher Nutzung mindestens eine Breite von 600 mm, besser sind jedoch 800 mm. Wenn eine Treppe von mehreren Personen gleichzeitig genutzt wird, ist allerdings eine Breite von mindestens 1.000 mm Pflicht. Ausnahmsweise darf die Breite auf minimal 500 mm reduziert werden. Dies geht allerdings nur nach vorheriger Risikobewertung.

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Treppenleiter und rutschhemmende Trittflächen

Stufen von Treppenleitern benötigen eine Tiefe von mindestens 80 mm. Die Höhe einer einzelnen Stufe darf hingegen nicht mehr als 250 mm betragen. Für die Unterschneidung gilt ≥ 10 mm als Richtmaß. Zwischen den beidseitigen, vorgeschriebenen Geländern ist ein nutzbarer Bereich zwischen 450 und 800 mm einzuräumen. Die lichte Durchgangshöhe – also der lotrechte Abstand nach oben – muss überall mindestens 2.300 mm betragen.

In Bereichen mit erhöhter Rutschgefahr müssen die Trittflächen von Treppen unbedingt Oberflächen mit rutschhemmenden Eigenschaften besitzen. Grundsätzlich ist es aber sehr ratsam, immer auf solches Material zu achten, auch wenn diese Gefahr nicht konkret besteht: Sicherheit geht vor. Bei Treppen im Freien müssen zudem Maßnahmen gegen witterungsbedingte Glätte getroffen werden.

Über farbliche Kennzeichnung und Treppenbeleuchtung

Wer sicher auf einer Treppe gehen möchte, muss die Stufen, vor allem die Stufenkanten, gut erkennen können. Ansonsten steigt die Gefahr eines Sturzes erheblich. Daher ist eine ausreichend helle Treppenbeleuchtung ein absolutes Muss. Die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 7/3 „Künstliche Beleuchtung“ der Berufsgenossenschaft fordert für Treppen eine Nennbeleuchtungsstärke von 100 Lux in einer Höhe von 0,2 m über der Stufenoberfläche. Zusätzlich wird die Sicherheit der Mitarbeiter durch farblich unterschiedliche Tritt- und Setzstufen oder farblich hervorgehobene Stufenkanten signifikant erhöht.

Belastungsfähigkeit gemäß Industrietreppen-Norm

Bei Industrietreppen schwanken die auftretenden Verkehrslasten für das Tragwerk deutlich. Dies berücksichtigt auch die im ersten Teil unserer Reihe vorgestellte Norm EN ISO 14122. Für das Begehen der Treppe durch eine Einzelperson ohne Traglast rechnet man mit mindestens 1,5 kN/m2. Wenn es sich um eine Person mit Traglast oder gar mehrere Personen handelt, rechnet man mit 5 kN/m2.

Im Hinblick auf Verkehrslasten werden die Stufen einzeln in den Blick genommen: Jede Stufe mit einer Laufbreite unter 1.200 mm muss der Minimallast von 1,5 kN auf einer Fläche von 100×100 mm standhalten. Bei einer Laufbreite ≥ 1.200 mm müssen 1,5 kN an mehreren Stellen gleichzeitig wirken. Für Industrietreppen und Stufen gilt aufgrund der genannten Norm generell: Bei den Belastungstests dürfen sich das Tragwerk und die Stufen nicht mehr als 1/300 der Spannweite durchbiegen.

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