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Karakuri/LCA (Low Cost Automation) an der Nordakademie

Karakuri/LCA (Low Cost Automation) an der NORDAKADEMIE

Im Gegensatz zu vielen anderen Methoden der Lean Production, die in den 1990er-Jahren ihre weltweite Erfolgsgeschichte begannen, ist Karakuri/LCA in Europa relativ unbekannt.

LCA steht für „Low Cost Automation“ und sagt damit bereits mehr aus als der japanische Begriff „Karakuri“. „Karakuri ningyō“ bedeutet übersetzt „mechanische Puppe“ und steht für eine lange Tradition der japanischen Kultur, zu der etwa Bühnenapparate und sogar ein Tee-Butler gehören. Was sie alle gemeinsam haben, ist Folgendes: Es geht um eine rein mechanische Form der Automation. Entsprechend kommen Karakuri/LCA-Anwendungen in der Industrie ohne pneumatische, elektrische oder hydraulische Antriebe zum Einsatz. Stattdessen setzt auch heutiges Karakuri ausschließlich auf Schwerkraft und freiwerdende Bewegungsenergie. Diese Methode der schlanken Produktion zeichnet sich neben ihrer ökologischen Nachhaltigkeit aufgrund des entfallenden Verbrauchs von elektrischer Energie vor allem durch ihre Wirtschaftlichkeit aus. Aus diesen und auch aus didaktischen Gründen beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing. Volker Ahrens von der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft intensiv mit der Thematik Karakuri/LCA. Das Automatisierungslabor des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der privaten Hochschule verfügt jetzt über eine Karakuri/LCA-Anlage aus dem Profilrohrsystem D30, die von item zur Verfügung gestellt wurde.

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Mit Karakuri/LCA den Blick für das Wesentliche schärfen

Der Fokus der staatlich anerkannten NORDAKADEMIE ist dezidiert praxisorientiert. So werden im Bachelor-Bereich ausschließlich duale Studiengänge angeboten. Zudem gibt es viele Kooperationen mit Unternehmen, die auch dem Automatisierungslabor zugutekommen. Hier finden sich zahlreiche Praxisbeispiele für die Arbeit mit elektrischen Antrieben, elektronischen Steuerungen, Lösungen der Industrie 4.0 und seit neuestem eben auch mechanischer Automation mittels Karakuri/LCA. Hier war item als Ansprechpartner für Professor Ahrens naheliegend: „Man kommt im Lean-Production-Bereich an item nicht vorbei, das ist schon mal klar.“ Darüber hinaus war unser Ergonomie-Experte Marius Geibel bereits in der Vorlesung des Lehrstuhlinhabers für Produktionsmanagement und Leiters des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (B.A.) als Gastdozent tätig. Arbeitswissenschaft und die Gestaltung von Arbeitsplatzsystemen sind hier ebenfalls ein fester Bestandteil der Lehrveranstaltungen.

Auch beim vielseitig ausgestatteten Automatisierungslabor geht es ausdrücklich um eine ganzheitliche Sicht: „Den Studierenden soll die ganze Bandbreite vermittelt werden. Sie bekommen ein Problem gezeigt und müssen dann herausfinden, wie sie es am besten lösen können. Was ist besser: Die aufwendige digitale Lösung, eine einfache mechanische Lösung, also Karakuri/LCA, oder eine hybride Lösung, die beides miteinander kombiniert? Das ist unser Anliegen“, erklärt Professor Ahrens. Es ist dabei keinesfalls seine Absicht, fortschrittliche digitale Lösungen abzuwerten. Schließlich finden sich im Automatisierungslabor auch kollaborierende Roboter und weitere High-tech-Anwendungen. Dem passionierten Hochschullehrer geht es hingegen darum, seinen Studierenden Lösungsorientierung mit auf den Weg zu geben und bei allem berechtigten Enthusiasmus über Zukunftstechnologien eines nicht aus dem Blick zu verlieren: „Der Ingenieur ist ein Problemlöser. Er möchte das Problem möglichst effizient und effektiv lösen.“ An der jeweiligen Herausforderung entscheidet sich dann, ob eine digitale oder eine „einfache“ Lösung wie Karakuri/LCA zum Ziel führt.

Kreativität und Innovationsfreude fördern

Doch die genannten Aspekte von Karakuri/LCA sind nicht die einzigen, die Professor Ahrens Arbeit zugutekommen: Die traditionsreiche Lean-Production-Methode ist nämlich nicht nur Gegenstand seiner Lehrveranstaltungen. Da er auch zu dieser Thematik forscht, bietet ihm die Karakuri/LCA-Anlage von item wichtige Impulse. Im Zentrum dieser Forschung, die im Bereich Karakuri/LCA Neuland betritt, steht der Aufforderungscharakter von Objekten: „Von Objekten geht etwas Einzigartiges aus, sie bewirken Handlungen, die sonst nicht erfolgen würden. Das habe ich bisher mit Cardboard Engineering erforscht, wo Studierende Lösungen maßstabsgetreu mit Pappe bauen. Spielerische Aspekte und Kreativität gehen hier Hand in Hand.“

Entsprechend forscht Professor Volker Ahrens zu der Frage, inwieweit die Art des Arbeitens mit Karakuri/LCA Innovation und Kreativität fördert. Die Lean-Methode geht sogar über Cardboard Engineering hinaus, da man es nicht mit einem Modell, sondern mit einer einsatzfähigen Anlage zu tun hat. Zudem sehen Wirtschaftsingenieure hier auch einen Vorteil in Bezug auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und die Beteiligung der Mitarbeiter. Da diese aktiv in der Lage sind, an einer solchen Anlage mitzuwirken, haben sie einen ganz anderen Bezug zu ihrer Arbeit und können selbstständig Verbesserungen durchführen. Und letztlich kommt ein weiterer entscheidender Aspekt ebenfalls nicht zu kurz: „Die Leute haben beim Zusammenbau einer solchen Anlage leuchtende Augen! Ihnen macht das einfach großen Spaß.“