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Das Chaku-Chaku-Prinzip: Arbeitsorganisation schlank gestalten

Mit Chaku-Chaku nehmen wir ein weiteres inspirierendes Lean-Prinzip unter die Lupe.

Chaku bedeutet übersetzt „laden“ oder „einsetzen“. Die Verdopplung in „Chaku-Chaku“ deutet bereits an, dass es bei dieser Lean-Production-Methode um vergleichsweise einfache Arbeitsvorgänge geht: Die Werker sind lediglich für das Laden der Maschine beziehungsweise die Positionierung des Werkstücks in selbiger sowie für den Transport der Werkstücke zuständig. Deren eigentliche Bearbeitung und Auswurf erfolgt größtenteils oder vollständig automatisiert. Sämtliche Arbeitsplätze, die für die Fertigung eines Produkts benötigt werden, befinden sich möglichst nah beieinander, um lange Wege zu vermeiden. Dadurch ergibt sich eine U- oder Ω-förmige Anordnung, die man auch von der One-Piece-Flow-Methodik kennt. Die Reihenfolge der Arbeitsschritte und -plätze ist dabei exakt festgelegt. Häufig kann jeder Mitarbeiter sämtliche Stationen bedienen, was auch als Mehrmaschinenbedienung bezeichnet wird. Ein wesentlicher Vorteil des Chaku-Chaku-Prinzips besteht darin, dass durch eine Flexibilisierung der Systemleistung  auch bei einer Erhöhung der Mitarbeiteranzahl die individuelle Personenproduktivität gleich hoch bleibt. Denn der Fokus liegt auf der Auslastung des Menschen – und nicht auf der Auslastung der Stationen und Maschinen. In anderen Worten: Die Maschine wartet auf den Menschen, nicht umgekehrt.

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Hanedashi, Jidoka und Karakuri/LCA als „Helfer“ von Chaku-Chaku

Wie oben erwähnt, läuft die Bearbeitung des Werkstücks bei der Arbeitsorganisation nach dem Chaku-Chaku-Prinzip weitgehend automatisiert ab. Häufig wird auch der Entladevorgang von einer Maschine übernommen. Dies hat oft damit zu tun, dass eine entsprechende Auswurfvorrichtung an der Maschine relativ kostengünstig zu realisieren ist. Eine Vorrichtung zur genauen Platzierung würde dagegen höchstwahrscheinlich sehr teuer ausfallen. Daher kombiniert man Chaku-Chaku gerne mit der Hanedashi-Methode. Bei Hanedashi (= „automatisches Entladen“) legt der Werker das Werkstück manuell ein, woraufhin die Maschine es bearbeitet und danach wieder auswirft. Jetzt kann der Werker es entnehmen und entweder selbst zur nächsten Station bringen oder an seinen nächsten Kollegen weiterreichen. Währenddessen bereitet sich die Maschine wieder darauf vor, das nächste Werkstück aufzunehmen. Somit kann der Mitarbeiter ablenkungsfrei arbeiten und die Ergonomie am Montagearbeitsplatz wird verbessert, da der Werker unergonomische Bewegungen beim Entladen vermeidet.

Mit mit dem Profilrohrsystem D30 lassen sich automatisierte Anwendungen realisieren, die nur die Gesetze der Schwerkraft und der Mechanik nutzen.

Beim Auswerfen wiederum bietet sich der Einsatz von Karakuri/LCA (Low Cost Automation) an: Hier bei erfolgt Automation ganz ohne Antriebe, Sensoren, Strom oder Druckluft. So lassen sich etwa mit dem Profilrohrsystem D30 automatisierte Anwendungen realisieren, die nur die Gesetze der Schwerkraft und der Mechanik nutzen. Wenn der Werker beim Chaku-Chaku-Prinzip mehrere Maschinen parallel bedient, kann er unmöglich alles gleichzeitig im Blick behalten. Doch auch hierfür kennt die schlanke Produktion eine probate Lösung, allen voran: Jidoka. Indem Maschinen durch Überwachungssysteme, etwa mithilfe von Sensoren, ausgestattet werden, sind diese in der Lage, zu erkennen, wenn Fehlfunktionen auftreten. Daraufhin schalten sie sich automatisch ab. Aus diesem Grund wird Jidoka auch als Autonomation bezeichnet – ein Kofferwort aus Automation“ und „Autonomie“.

Das Chaku-Chaku-Prinzip: Auch Poka Yoke und 5S unterstützen

Eine weitere Absicherung bei der Mehrmaschinenbedienung im Rahmen von Chaku-Chaku bietet Poka Yoke, was übersetzt „Vermeidung von unglücklichen Fehlern“ bedeutet. Dieser Name ist Programm: Poka Yoke setzt auf Mechanismen, die entweder Fehler direkt vermeiden (hartes Poka Yoke) oder auf einen solchen Fehler verweisen (weiches Poka Yoke). Für das Chaku-Chaku-Prinzip kommt entsprechend nur hartes Poka Yoke in Betracht. Hier ist etwa an eine Maschine zu denken, die erst dann mit der Bearbeitung beginnt, wenn ein eingelegtes Teil fehlerlos und exakt positioniert ist. Somit kann sich der Werker direkt auf die nächste Maschine in der Chaku-Chaku-Linie konzentrieren und muss sich der vorherigen Maschine erst dann wieder widmen, wenn der Hanedashi-Mechanismus seine Aufgabe erledigt hat.

Da das Chaku-Chaku-Prinzip auf fest eingespielten Prozessen und einer hohen Geschwindigkeit fußt, sind Ordnung und Übersichtlichkeit absolut notwendig. Mit der 5S-Methode steht hierfür die passende Lean-Methode bereit.

Poka Yoke ist jedoch nicht nur hilfreich, wenn nach dem Prinzip der „Hasenjagd“ (Rabbit Chase) gearbeitet wird, bei dem jeder Mitarbeiter jeden Arbeitsschritt beherrschen muss. Chaku-Chaku lässt sich unter Rückgriff auf Poka Yoke auch im Sequenzprinzip umsetzen. Hier übernehmen Mitarbeiter nur bestimmte Sequenzen in der Chaku-Chaku-Zelle, sodass sie nicht alle Arbeitsschritte übernehmen müssen. Doch ganz gleich, um welche Variante es sich handelt: Da das Chaku-Chaku-Prinzip auf fest eingespielten Prozessen und einer hohen Geschwindigkeit fußt, sind Ordnung und Übersichtlichkeit absolut notwendig. Mit der 5S-Methode aus dem visuellen Management steht hierfür die passende Lean-Methode bereit:

1. Aussortierung von allem, was nicht direkt benötigt wird.

2. Ergonomische Platzierung und Kennzeichnung des Arbeitsmaterials.

3. Gründliche Prüfung und Reinigung des Arbeitsplatzes.

4. Verinnerlichung der Regeln 1 bis 3, Standardisierung.

5. Einhaltung sämtlicher Regeln und kontinuierliche Verbesserung von Arbeitsplatz und Arbeitsabläufen.

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