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Aluminium- & Rohstoffknappheit 2022: Lieferfähigkeit sichern

Thomas Neller, Einkaufsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung von item

Ob durch die Corona-Pandemie, geopolitische Differenzen oder jetzt einen Krieg mitten in Europa: Weltweit haben Unternehmen mit Lieferengpässen zu kämpfen. Wie kann es gelingen, in dieser aktuell sehr angespannten Situation dennoch lieferfähig zu bleiben?

Knapp, knapper, rar – im Jahr 2022 hat sich die Rohstoffknappheit durch die aktuelle Weltlage weiter verschärft. Betroffen von dieser Situation sind zahlreiche Branchen. So steigt die Nachfrage nach Kupfer, Palladium, Nickel, Neon und Aluminium kontinuierlich. Doch die Nachfrage kann kaum noch gedeckt werden. Die Gründe für die drastische Rohstoffverknappung sind vielfältig, wie der Blick auf die Aluminium-Knappheit zeigt. Hierbei wird auch deutlich, wie entscheidend es ist, mit langfristiger Planung die Weichen für flexible Reaktionen auf Krisenzeiten zu stellen.

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Aluminium-Knappheit: Was steckt dahinter?

Für die zunehmende Aluminium-Knappheit gibt es verschiedene Ursachen. Es gilt dabei stets die globalen Zusammenhänge und Unterschiede zu berücksichtigen, was gerade die Abhängigkeit von China veranschaulicht: Nachdem die Corona-Pandemie zu Logistikproblemen und Kostensteigerungen geführt hatte, scheint sie inzwischen in manchen Regionen zumindest teilweise bewältigt zu sein. Im Januar 2022 wurde jedoch in der südchinesischen Stadt Baise ein Lockdown verhängt. Da es sich um die „Aluminium-Hauptstadt“ Chinas handelt, hatte der Lockdown entsprechende Auswirkungen. Ähnlich war es im November 2021, als aus Gründen des Klimaschutzes die chinesische Magnesium-Produktion gedrosselt wurde. Mit 90 % Marktanteil ist China der weltgrößte Produzent von Magnesium, das in zahlreichen Aluminiumlegierungen zu finden ist. Zuvor hatten politische Probleme zwischen der EU und China den Markt für Aluminium belastet.

Die russische Produktion von Alumininium ist nicht beeinträchtigt, doch infolge der Sanktionen wird der Export deutlich erschwert und die Aluminium-Knappheit nimmt zu.

Besonders akut sind derzeit die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Versorgungslage: Nach China (56 %) ist Russland dem „Raw Material Information System“ der EU (2019) zufolge mit 6 % der zweitgrößte Produzent von raffiniertem Aluminium weltweit. Die EU beschaffte zuletzt 17 % ihres Bedarfs an Aluminium aus Russland. Bereits Ende Februar 2022 befand sich der Aluminiumpreis auf einem Allzeithoch: Zwar ist die russische Produktion nicht beeinträchtigt, doch infolge der Sanktionen wird der Export deutlich erschwert und die Aluminium-Knappheit nimmt zu. Auch ein vollständiger Stopp ist denkbar. Hinzu kommt, dass aufgrund der steigenden Gaspreise auch die Herstellung von Aluminium in anderen Ländern teurer wird. Kurz gesagt: 2022 ist die Branche durch einen vermehrten Mangel an Rohstoffen und zunehmende Energiepreise geprägt. Während die Verfügbarkeiten überall sukzessive sinken, steigen die Preise eklatant.

So gewährleistet item auch in Krisenzeiten Versorgungssicherheit

„Krisen kann man grundsätzlich nicht vorhersagen. Wir sind auch insofern nicht in der direkten Lieferkette betroffen, da wir keine Aluminium-Lieferanten aus Russland oder der Ukraine haben. Auswirkungen gibt es dennoch“, sagt Thomas Neller, der für den Einkauf verantwortliche Geschäftsführer von item. Regelmäßig steigende Tagespreise und Energiekosten wirken sich unweigerlich aus. Generell setzt item auf langfristige Planung und Partnerschaften – durch Aluminium-Lieferanten in ganz Europa, umfassende Lagerbestände und vorausschauende Bestellungen. Ähnlich verfährt item auch bei anderen Werkstoffen. Somit bestehen also jederzeit optimale Voraussetzungen, um auf möglichst viele Markteinflüsse vorbereitet zu sein. All dies dient einem Ziel: den eigenen Kunden Versorgungssicherheit zu garantieren.

Garantierte Lieferfähigkeit ist das Alleinstellungsmerkmal von item.

Auf die besondere Lage hat die item Geschäftsführung umgehend reagiert, indem auch in dieser Hochpreissituation im Sinne der Verfügbarkeit Verträge mit Lieferanten abgeschlossen wurden. Dadurch sind Rohmaterial sowie Ressourcen- und Produktionskapazitäten bei den Lieferanten gesichert. „Es ist unser Alleinstellungsmerkmal, dass wir immer lieferfähig sind. Auch jetzt werden unsere Standardartikel deutschlandweit innerhalb von 48 Stunden geliefert“, erklärt Thomas Neller. Damit haben item Kunden selbst in dieser Zeit akuter Aluminium-Knappheit absolute Planungssicherheit. Geht es allein um die Funktion, dann spielt das modulare Baukastensystem auch hier seine Vorteile voll aus: Eine Aufgabe, die an den Baukasten gestellt wird, kann mit vielen Alternativen gelöst werden.

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Gelebte Partnerschaft und ein weltweites Liefernetzwerk

Verlässlichkeit und Partnerschaft stehen für item seit jeher an erster Stelle. Dies gilt sowohl extern, also gegenüber Kunden und Lieferanten, als auch intern. Aufgrund der engen Abstimmung von Disposition, Vertrieb und Produktion kann schnell auf neue Entwicklungen reagiert werden, wie Thomas Neller hervorhebt: „Die Krisen der letzten Jahre haben uns auch intern stärker gemacht. Wir verfügen über eine Software-Lösung, die uns im Tagesgeschäft entlastet, aber wirkliche Intelligenz entsteht nur, wenn sich Menschen vernetzen. Für unsere Kunden finden wir immer eine Lösung.“ Langfristige Investitionen in die Zukunft ermöglichen es, auf unvorhersehbare Ereignisse flexibel zu reagieren. So waren etwa deutsche Sublieferanten vom Hochwasser 2021 betroffen. Aufgrund seiner Multi-Sourcing-Strategien konnte item diese Ausfälle durch andere Quellen kompensieren.

Global Supply Network in Aktion: Material können item Auslandstöchter von der Europazentrale in Solingen ordern, aber auch direkt von europäischen Lieferanten oder item Töchtern.

Eine breite internationale Aufstellung macht sich stets bezahlt, wie auch das „Global Supply Network“ von item illustriert: Beispielsweise führte die Versorgungsstrecke der asiatischen Verkaufsdependance von item zuvor mit dem Zug durch Russland. Dank der Flexibilität des eigenen Liefernetzwerks war kurzfristig der Wechsel auf den Schiffsverkehr möglich. Zudem stehen internationalen Partnern zahlreiche Beschaffungsmöglichkeiten offen. Zugleich ist der Blick wie immer fest in die Zukunft gerichtet: „Wenn beispielsweise die aktuellen Krisen in der Automobilindustrie beendet sind, werden die Produktionen wahrscheinlich hochgefahren und die Nachfrage nach Aluminium steigt dort wieder. Dank unserer Systematik sind wir darauf bestens vorbereitet“, sagt Thomas Neller.

Rohstoff- und Aluminium-Knappheit 2022: Lösungsansätze zur sicheren Versorgung

Hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sind entscheidend für den Unternehmenserfolg in Zeiten wie diesen. Wie können Unternehmen in Deutschland ihre Kundenversprechen halten, maximale Lieferquoten garantieren und Lieferengpässe vermeiden?

1. Rohstoffbedarf vorausschauend und strategisch planen

Um die Prozesse entlang der Lieferkette zu optimieren, gilt es, Ressourcen und Kapazitäten vorausschauend zu planen. „Für eine hohe Versorgungssicherheit sind ein optimales Zusammenspiel im Warengruppenmanagement und Lieferantenmanagement sowie durchdachte Sourcingstrategien entscheidend“, sagt Thomas Neller.

Die Planung für den Materialbedarf bei item umfasst ein Jahr und ist rollierend. Dabei erfolgt eine interne Abstimmung mit sämtlichen Key-Account-Managern und der Vertriebsleitung. Die Strukturen des Unternehmens ermöglichen eine enge Verzahnung des operativen mit dem strategischen Bereich. Die Marktlage wird laufend analysiert. News werden direkt verarbeitet. Damit legt item die Grundlage für eine nachhaltige Beschaffung.

Aktives Management und geeignete Planungsmethoden

Gemeinsam und abteilungsübergreifend entwickelt item ausgefeilte Strategien zur Verwirklichung der Unternehmensziele. Sales and Operations Planning ist dabei eine geeignete Methode, um eine wirtschaftliche Marktversorgung zu erreichen. So lassen sich Abweichungen gegenüber dem Jahresplan im Hinblick auf Bestände, Kapazitäten und Personalressourcen frühzeitig erkennen. Verantwortliche können rechtzeitig darauf reagieren.

Um den Bestand laufend zu optimieren, verknüpft item sein CRM-System mit einem intelligenten Prognosetool. Dabei setzt man auf Operations Research. Bei der Unternehmensplanung helfen mathematische Verfahren, optimale Entscheidungen zu treffen.

Präzise Absatzprognosen dank intelligenter Software

Die spezielle Software errechnet unter Berücksichtigung historischer Abverkäufe und auf Basis mathematischer Algorithmen den optimalen Bedarf und erstellt präzise Absatzprognosen. So lässt sich der Bestand dynamisch anpassen und flexibel managen.

Tagesaktuell erfolgt die Aktualisierung der Prognosen. Ungewöhnliche Absatzmengen werden schnell ersichtlich und der Disponent kann sofort handeln. „Prognosegenauigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Thomas Neller. „Das Tool in Kombination mit der Kompetenz unserer Mitarbeiter und den Aussagen unserer Lieferanten fungiert dabei als eine Art Frühwarnsystem.“

Zusätzlich lassen sich schnell und unkompliziert Simulationen durchführen. Der Anwender kann prüfen, wie sich die Verfügbarkeit und der Bestand verändern, wenn beispielsweise ein Lieferant ausfällt oder ein Artikel nicht mehr geliefert werden kann. Das Tool gibt dann entsprechende Empfehlungen. Immer unter der Prämisse: Sicherstellung der Verfügbarkeit.

Stets ein optimierter Lagerbestand

Der zu Beginn des Jahres ermittelte Bedarf wird ständig evaluiert und angepasst. So lassen sich frühzeitig die Weichen stellen und entsprechende Materialmengen ordern. Im Gegensatz dazu zwingen kurzfristige Planungen Unternehmen dazu, Rohstoffe zu Tagespreisen zu erwerben.

Optimierte Lagerbestände gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit der item Produkte – und das für das gesamte Jahr. Unterjährige Schwankungen des Bestandes werden dabei in Kauf genommen. Auch reduziert item die Lagerbestände nicht zum Ende des Jahres, um sie dann im ersten Quartal des folgenden Jahres wieder zu erhöhen.

Ein wichtiger Pfeiler für die Sicherstellung der Versorgung mit Rohstoffen ist die enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit den Lieferanten.

2. Bedeutung der Lieferantenbeziehung

Das Zentrallager von item in Solingen wird von festen Lieferanten aus ganz Europa schon seit etlichen Jahren zuverlässig mit Material beliefert. „Unsere Vertragsbeziehungen bestehen zum Teil seit über 30 Jahren“, erklärt Thomas Neller. „Dabei basieren die Sourcingstrategien auf multiplen Bezugsquellen. Wir können im Aluminiumbereich auf bis zu zehn Lieferanten zurückgreifen und sind somit nicht an einzelne Lieferanten und Preisvorgaben gebunden.“ Ein Teil der Lieferanten deckt den Grundbedarf, während andere bei Bedarfsspitzen kontaktiert werden.

Die langjährige Partnerschaft mit den Lieferanten sorgt für ein besonderes Vertrauensverhältnis und ermöglicht tiefe Einblicke in das Marktgeschehen. Regelmäßig erfolgt ein reger und intensiver Austausch von Informationen. Dabei profitiert item auch vom „Größenvorteil“ und kann stets auf ein gewisses Kontingent an Aluminiumprofilen zurückgreifen. Lieferantenkontrakte mit an die jeweilige Marktlage angepassten Laufzeiten sichern den kontinuierlichen Versorgungsnachschub zu marktgerechten Preisen.

3. Den Blick nach vorn richten

Wohin geht die Reise in der Aluminiumbranche? Was machen Wettbewerber anders? Wie können Mitarbeiter noch besser in das Unternehmen eingebunden und optimal gefördert werden? Unternehmen tun gut daran, Fragen wie diese zu stellen und interne Prozesse stetig zu hinterfragen. Eine offene Kommunikation, Flexibilität und die ständige Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, bilden die Basis für eine erfolgreiche Zukunft. „Früher war der Einkauf mit einem Bestellbüro gleichzusetzen, heute agieren wir im Einkauf innerhalb der Supply Chain. Und morgen?“, fragt Thomas Neller. „Es ist und bleibt immens wichtig, offen zu sein für Neues.“

Dauerhafte Lieferfähigkeit: Darauf kommt es an

Wie gelingt es Unternehmen, trotz der momentanen Rohstoffknappheit ihre Lieferfähigkeit aufrechtzuerhalten und Versorgungsengpässe zu verhindern? Durch eine langfristige, belastbare und vorausschauende Planung. Wird die Jahresplanung durch rollierende Hochrechnungen ergänzt, können Unternehmen flexibler agieren und den Bedarf dynamisch anpassen. Doch eine optimale Planung allein reicht nicht aus. Um außerordentliche Lieferquoten zu erreichen, bedarf es ausgereifter Strategien, spezieller Softwareunterstützung, verlässlicher Partner und eines zukunftsorientierten Managements. So gelingt es item, das Lieferversprechen zu halten und deutschlandweit bestellte Aluminiumprofile innerhalb von 48 Stunden zu liefern.

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